Film und Konzert: Orgelimprovisation zum Stummfilm

Erstellt am 19.07.2018

"Faust - Eine deutsche Volkssage" (1926)

Regie: F. W. Murnau
Improvisation: Christiane Michel-Ostertun

Montag, 17. September, 20:00 Uhr
Aula der Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten, Parkstraße 6, 32049 Herford

Filmdauer: ca. 110 Minuten
Eintritt frei.

F. W. Murnau, einer der berühmtesten deutschen Stummfilm-Regisseure, drehte 1926 diesen Film über das bekannte literarische Motiv des Doktor Johann Faust und seinen Pakt mit dem Teufel Mephisto. Christiane Michel-Ostertun, Professorin für Liturgisches Orgelspiel und Improvisation an der Hochschule für Kirchenmusik, wird den Stummfilm mit Live-Musik begleiten, dabei mit Leitmotiv-Technik arbeiten und auf zahlreiche Details eingehen. Beeindruckend ist selbst für das heutige Publikum die Kameratechnik, die mit Tricks und raffinierten (Doppel-)Belichtungen für die damalige Zeit als extrem modern galt.

Mit dem Konzert eröffnet die Hochschule für Kirchenmusik den diesjährigen Kurs für Orgelimprovisation - einem der Kernfächer der kirchenmusikalischen Ausbildung. Im Mittelpunkt des Faches stehen Formen für die musikalische Ausgestaltung der Gottesdienste. Fortgeschrittene Studierende üben sich dabei systematisch in verschiedenen Stilen wie insbesondere Renaissance, Barock, Romantik, Moderne. Große Orgeln bieten orchestrale Möglichkeiten: "Die Orgel ist ein ganzes Orchester, von dem eine geschickte Hand alles verlangen, auf dem sie alles ausführen kann" (Honoré de Balzac).

Diese Vielfalt des Instrumentes führte in der Zeit der Hochblüte des Stummfilmes dazu, dass sich mancherorts in Kinos die Kinoorgeln etablierten, an denen Organisten zu den vorgeführten Stummfilmen improvisierten. Jahrzehnte nach dem Ende des Stummfilms - und mithin der Kinoorgel - inspirieren die vielfältigen Möglichkeiten der Kirchenorgel ambitionierte Organistinnen und Organisten, auf Kirchenorgeln zu Filmen zu improvisieren.