Meiner Frau
Barbara Margaretha
gewidmet

1. Vorwort

„Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme“ (Richard Wagner). Implizit der Psalmen Davids blicken wir auf eine dreitausendjährige Liedgeschichte zurück. Seine Entwicklungen, Stationen, Gattungen, Strukturen und Begleitformen sind immer beeinflußt worden von Mensch, Gesellschaft, Fragen der Zeit, von Kultur- und Religions-Räumen; eine Prägung, die sich vielfältig in Wort- und Sprachschatz der Völker symbolisiert hat („Das Ende vom Lied“, „Gott ist mein Lied“). Die eigene, jahrzehntelange Erfahrung in kantoraler Praxis, mit Instrument und Komposition, hat mich zu der Überzeugung gebracht, den (nach Bach) zweiten kirchenmusikalischen Höhepunkt rund um den Umgang der Meister der Jahrhundertwende zum 20. Centurium mit Choralmelodie und Orgel, mit Solostimme und Begleitung als Akt der Verkündigung biblischer Botschaft zu erarbeiten, ihm ein musikgeschichtliches Gesicht zu geben!
Da ich ohne weitreichende Hilfe von Institutionen, Kollegen, Nachkommen der Liedkomponisten nicht zum Ziel hätte kommen können, gilt es, zu Beginn Dank abzustatten. Das Max-Reger-Institut Karlsruhe hat mich mit detaillierten Informationen unterstützt, die Staats-, Landes-, Zentral- und Universitäts-Bibliotheken in Berlin, München, Köln, Münster, Zürich, Prag, Washington D.C./USA (Library of Congress) haben mir dankenswerter Weise geholfen, bisher verschollenes Liedmaterial erhellen zu können. Dankbar bin ich dem Institut für deutsche Musikkultur im östlichen Europa, der Stiftung Haus Oberschlesien, dem Förderkreis Botho Sigwart, dem Rheinberger-Archiv Vaduz/Liechtenstein und dem Stadt-Archiv Prag/Tschechien für wertvolle Hilfestellung. Darüber hinaus haben mir Frau Ruth Brandi-Stross (Tochter Karl Hasses), Herr Wolfgang Haas (Joseph-Haas-Gesellschaft e.V.), Elisabeth Roloff – Jerusalem, Dr. Grigorij Warschawskij – St.Petersburg, Prof. Dr. Petr Eben – Prag und ganz besonders Dr. Joachim Boy – Universität Essen wertvolle Dienste geleistet. Wichtige Auskünfte erhielt ich von den Verlagen Bärenreiter, Anton Böhm, Strube und Walhall sowie dem Deutschen Musikverleger-Verband.
Meinen Betreuern, den Herren Prof. Dr. Helmut Loos und Prof. Dr. Eberhard Möller von der Universität Chemnitz danke ich für ihre wertvolle, einfühlsame Tätigkeit. Nicht zuletzt habe ich Reinhard Gramm für die Mühe der Manuskript- Vor- und Reinschrift zu danken.
Im Umgang mit einer geschlechts-spezifischen Sprache wird implizit der femininen Form die maskuline Form verwendet.

Frühjahr 2002      Rolf Schönstedt